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Sterling's Gift


Erscheinungsdatum: 12/2006

Entwickler/Publisher: White Rabbit Adventure Games


Spielsprache: Englisch


Homepage

Boxshots

deutsche Übersetzung des Tagebuchs

 

ESRB: not rated/nicht eingestuft

 


Ein Review von   André   18. Februar 2007

 

Sterling´s Gift ist ein englischsprachiges Independent-Adventure von White Rabbit Adventure Games. Gespielt wird es in der Ego-Perspektive. Da es wie die Carol Reed-Abenteuer ebenfalls aus fotorealistischen Standbildern besteht und der erste optische Eindruck, den die Screenshots erwecken, eine gewisse Ähnlichkeit zu besagter Serie mit der britisch-schwedischen Detektivin verspricht, wurde mein Interesse an diesem Spiel natürlich direkt geweckt. Ob mir das Adventure ebensoviel Spaß wie die Spiele von MDNA gemacht hat, kann man in diesem Review nachlesen.

 

Grafik

Und tatsächlich sind die Spiele von der Machart ein wenig vergleichbar. Das fängt wie gesagt natürlich bei der auffälligsten Gemeinsamkeit, den sehr schönen fotografierten Standbildern an, die ebenfalls nicht animiert sind. Die Bilder bei Sterling´s Gift werden in guter Qualität präsentiert, sind allerdings nicht so kunstvoll nachbearbeitet, sondern realistisch belassen. Das ganze Spiel findet im und rund um das Haus statt. Mit dem alten Gemäuer hat man ein schönes und interessantes Motiv gefunden, welches den Spieler auffordert, es genau zu untersuchen.

Allerdings ist die Fortbewegung zwischen den einzelnen Bildern noch nicht hundertprozentig optimal gelöst: Wenn man sich nämlich zum nächsten Bild nach links oder rechts dreht, laufen die Bilder hintereinander fort, so dass ich anfangs den Eindruck hatte, ich würde mich parallel zum vorigen Ort bewegen. Es sieht dadurch auch ein wenig wie eine Diashow anstelle einer Spielwelt aus. Vor allem dauert es aber recht lange, sich auf diese Art von Bild zu Bild zu bewegen. Leider kann man die langsamen Übergänge nicht abstellen.

 

Geschichte

Das Geschichte ist eine Mischung aus Realität und Fiktion. Das heißt, General Custer, das Museum und einiges andere gibt bzw. gab es tatsächlich, während die Story erfunden ist. Wenn man also Infos möchte, ist es sinnvoll, den History-Button vor Spielbeginn zu wählen.

Wenn wir das Neill-Cochran-House-Museum besuchen wollen, stellen wir fest, dass der Gastgeber nicht da ist und er lediglich eine Nachricht am Briefkasten befestigt hat. Er teilt uns mit, wir könnten uns ruhig umsehen und wenn wir Probleme hätten, das Schloss einer Box zu öffnen, sollten wir die beiliegende Büroklammer nehmen, da das Schloss eh nicht richtig funktioniere. Zudem stehen alle Türen des Gebäudes zum Erkunden offen. Das nenne ich mal ein gesundes Vertrauen zu seinen Mitmenschen! Bei der Erkundung des Museums finden wir besagte Box. Darin befindet sich neben anderen Dingen auch ein Brief von Libby Custer, der Frau von General George Custer. Wir erfahren, dass Libby im Bürgerkrieg einen blinden Weisen namens Sterling gerettet hat. Zum Dank erhielt sie ein Geschenk – Sterling's Gift. Unsere Aufgabe ist es, den Hinweisen nachzugehen und das im Haus versteckte Geschenk zu suchen.

 

Sound

Die Musik gefällt gut und könnte glatt aus einem Carol Reed-Adventure übernommen sein. Die Tracks bestehen aus ruhigen Klavier- oder Keyboardklängen. Sie sind eher minimalistisch und beschaulich und laden zum entspannten Rätseln ein. Dialoge gibt es gar nicht, da wir eigentlich keinen Menschen treffen. Es gibt nur ein, zwei kurze Filmsequenzen, in denen kurz geredet wird.

 

Handhabung

Geliefert wird Sterling´s Gift in einer schlichten aber nett gestylten DVD-Box. Auf ein paar mitgelieferten Blättern bekommen wir alle nötigen Informationen zum Spiel. Sterling's Gift ließ sich problemlos installieren und lief ohne Abstürze oder andere Schwierigkeiten. Ist das Spiel einmal installiert, wird die CD nicht mehr benötigt.

Nach der Einführung kann bzw. muss man auswählen, ob man Hints (Hinweise), History (also geschichtliche Informationen) und/oder Spoiler haben möchte. Diese Auswahl kann man nur beim ersten Start treffen. Diese gewählten Optionen erscheinen dann an verschiedenen Stellen im Spiel als Symbole am unteren Bildschirmrand und besagte Infos sind nur dann zu sehen, wenn man das entsprechende Symbol anklickt. Dann erfolgt das eigentliche Starten des Spiels, was sich als etwas problematisch da gar nicht so einfach erweist. Man muss nämlich zunächst einen ersten Spielstand anlegen und bestätigen. Diesen muss man laden und dann kann man das Spiel beginnen. Darauf muss man erst einmal kommen.

Ebenfalls noch nicht ganz ausgeklügelt ist, dass man sich beim Laden eines Spielstandes jedes Mal am Eingang des Museums befindet, obwohl man an einer anderen Stelle abgespeichert hat. Der Spielfortschritt bleibt natürlich erhalten.

Wir bewegen uns also wie üblich mit der Maus von Bild zu Bild. Mit der linken Maustaste führen wir alle Aktionen durch, mit der rechten erscheint am oberen Bildschirmrand eine Leiste, auf der sich drei Optionsmöglichkeiten zum Laden, Speichern und Beenden befinden. Der Sound lässt sich wie bei kleineren Spielen so oft üblich, gar nicht regulieren. Das ist nicht ganz so schlimm, da die Musik ruhig ist und es ja so gut wie keine Gespräche gibt, die wegen zu lauter Musik untergehen könnten.

Am oberen Bildschirmrand befinden sich die gesammelten Gegenstände, die direkt einsehbar sind und auf die wir direkt zugreifen können, ohne ein Inventar öffnen zu müssen.

 

Rätsel

In Sterling's Gift muss man sehr viel suchen und sich alles genau anschauen ohne dass man viele Gegenstände finden kann – insgesamt kann man diese an ein, vielleicht auch zwei Händen abzählen. Fast jede Schublade kann geöffnet, Vasen von innen betrachtet werden, nur dass dies meistens nicht von Relevanz ist.

Überhaupt gibt es nur wenige Rätsel, wobei das „Endrätsel" recht knifflig ist. Ansonsten sind die Aufgaben an sich eigentlich meistens nicht sehr schwierig. Allerdings fand ich sie nicht zuletzt deshalb verwirrend, weil ich von Beginn an erst gar nicht wusste, was zu tun ist. Man findet nämlich direkt am Anfang des Spiels ein Tagebuch, das leider in einer Schnörkelschrift abgefasst wurde, die ziemlich schwer zu lesen ist. Zudem ist das Buch ewig lang. Es umfasst 73 Seiten (!) und es ist einfach nervig, dieses durchzulesen. Ich hatte dazu zumindest keine Lust und habe es gelassen. Natürlich kommt hinzu, dass solch ein Schriftbild auf Englisch noch schwerer zu lesen ist. Wer davon noch nicht die Nase voll hat, kann direkt mit den zwei insgesamt mehrseitigen Briefen weitermachen, die neben dem Tagebuch liegen. Ohne die Informationen aus dem Tagebuch weiß man auf jeden Fall von Anfang an erst gar nicht, worum es geht und was man eigentlich machen soll, da es viele wichtige Informationen zu den Rätseln enthält. Schade – ein Umstand, der leicht vermeidbar gewesen wäre.

Nicht zuletzt empfand ich auch die Handhabung der Gegenstände als unübersichtlich. Da die Icons - etwa zum Öffnen eines Schranks – relativ klein oder oft am Bildschirmrand versteckt sind, wird schon das Benutzen und Untersuchen der Gegenstände zur Geduldsprobe.

Einige Gegenstände muss man auf einen Tisch stellen, obwohl der entsprechende Hotspot darauf fehlt. Allerdings bekommt man in der Einführung dazu einen entsprechenden Hinweis, da die Macher wohl gemerkt haben, dass man kaum von alleine darauf kommen kann, die Gegenstände dort zu deponieren. Einige Objekte müssen manipuliert bzw. untersucht werden wie etwa die Karte des Hauses, wobei ich gar nicht verstanden habe, warum hier dieser und jene Gegenstand kombiniert werden musste, wenn ich nicht permanent die Hint bzw. Spoiler-Funktion beansprucht hätte. Zusammen mit der langsamen Steuerung durch das Haus entwickelt sich das mit der Zeit zu einer recht zähen und langwierigen Angelegenheit.

 

Fazit

Sterling´s Gift ist zwar nicht so umfangreich, ansonsten von der Machart der Carol Reed-Reihe wie gesagt gar nicht so unähnlich. Und so könnte es eigentlich ein nettes Spiel für zwischendurch sein. Zwar trifft man in den (laut eigenen Angaben) etwa 6 Stunden Spielzeit praktisch keine Menschenseele, aber das Haus als Location bzw. die einzelnen Motive für die Standbilder sind sehr gut gewählt und in Szene gesetzt. Ebenso stimmig ist die schöne, ruhige Musik. Trotzdem bin ich nicht wirklich warm geworden mit Sterling's Gift. Denn leider gibt es viele kleine Schwächen und Stolpersteine wie die umständliche Rätselgestaltung, die mit der recht lahmen Steuerung und der unübersichtlichen Handhabung der kleinen Icons für einen schleppenden Spielaufbau sorgen. Das 73 Seiten lange Tagebuch mit der schwer zu lesenden Schnörkelschrift direkt am Anfang verhinderte zudem, dass ich überhaupt Zugang zum Spiel bekommen habe. Daher

 

 Gesamtwertung: 61%

 

Bewertungssystem Adventure-Archiv:

  • 80% bis 100% sehr gutes Spiel (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79% gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69% befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59% ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49% ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0% bis 39% grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

Minimale Systemanforderungen:

  • Windows 98/ME/2000/XP
  • 800 x 600
  • 256 MB RAM
  • CDROM-Laufwerk
  • 800 MB Festplatte

Gespielt unter:

  • Win XP
  • AMD Athlon XP 1800
  • 512 MB RAM
  • Grafikkarte Radeon 9200 Series
  • DVD-Laufwerk
  • Festplatte 60 GB

 

Zum Vergrößern auf die Screenshots klicken

 

Als Einführung gibt es was zu lesen
Als Einführung gibt es was zu lesen

 

 

 

Das Neill-Cochran-House-Museum
Das Neill-Cochran-House-Museum

 

 

Der Hinterhof
Der Hinterhof

 

 

 

Das Klavier im Musikzimmer
Das Klavier im Musikzimmer

 

 

Das Audimax des Gebäudes
Das Audimax des Gebäudes

 

 

Egal wo man zuletzt aufgehört hat - wenn man einen Spielstand lädt, landet man immer hier
Egal wo man zuletzt aufgehört hat - wenn man einen Spielstand lädt, landet man immer hier


 

Ein Schlafzimmer
Ein Schlafzimmer

 

 

Eine Kammer beinhaltet alte Gegenstände des Alltags
Eine Kammer beinhaltet alte Gegenstände des Alltags

 

 

Von hier aus geht es in die erste Etage
Von hier aus geht es in die erste Etage

 

 

Zweifellos ein prunkvolles Gebäude
Zweifellos ein prunkvolles Gebäude

 

 

 

 

 

 


 

 

 


 

 

Copyright © André für Adventure-Archiv, 18. Februar 2007

 

 

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