Bevor ich Sunrise testen sollte, hatte ich nicht die
geringste Idee, was mich erwarten würde. Also warf ich einen ersten zaghaften Blick auf
das Frontcover. Und da ragt mir im Vordergrund eine mittelmäßige Zeichnung eines nicht
nur durch das Tragen einer schwarz-roten Lederjacke von unglaublichem modischem Chic
leicht dubios erscheinenden Hauptdarstellers mit verklärtem Blick entgegen. Ein dazu
gehöriges, dem Protagonisten verheißungsvolle Blicke zuwerfendes und im knappen Outfit
gekleidetes Blondchen befindet sich im Hintergrund. Dazu lese ich Coole Typen
Harte Sprüche" als Untertitel. Autsch, denke ich - da kommt beim Reviewer ob der
klischeehaften Darstellung, die nur noch von den Titelbildchen von Bastei-Groschenromanen
übertroffen wird, natürlich erst einmal eine gehörige Portion Skepsis auf, ob denn das
bevorstehende Spiel wohl auf seiner Wellenlänge läge. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass
das Cover nicht das Spiel repräsentiert. Wie auch immer - eine Installation sowie als
nächster Schritt das Reinschauen ins Spiel sollte da weiterhelfen, weitere Eindrücke zu
gewinnen.
Installation + Verpackung
Ja, vor dem Vergnügen hat der Herrgott nun mal die Installation des
auf immerhin zwei DVDs daherkommenden und mit 8 GB mächtig fetten Spiels gesetzt. Und
diese verläuft auf meinem Rechner unter XP alles andere als reibungslos. Währendessen
rührte sich insgesamt dreimal lange, lange Zeit überhaupt nichts mehr, so dass ich mich
zwangsweise dazu entschied, ebenso oft durch Benutzung der Reset-Taste erst Windows
und anschließend die Installation komplett neu zu starten. Diese setzt aber wenigstens
jedes Mal dankbarerweise ab dem Installationspunkt fort, an dem ich diese zuletzt
abgebrochen hatte. Da die Installation aber alleine wegen der Größe des Spieles
natürlich eh schon sehr lange dauert, ist es ratsam, im Vorfeld für den Tag der
Installation ein paar Bekannte einzuladen oder sich sonstwie die Zeit zu vertreiben, bis
sich das Spiel auf dem Rechner befindet. Zumindest hatte ich locker über zwei Stunden vor
dem Rechner gehangen, bis ich das erste Bild sehen durfte. So dauerte alleine die
Installation fast so lange wie so manches aktuelle Kinderadventure mit kleinen Vampiren.
Das Spiel an sich lief aber erstaunlich reibungslos und ohne
Ruckelei. Erstaunlich deshalb, weil mein Rechner bei dem Spiel bezüglich der
Anforderungen wie in der letzten Zeit häufig bei aktuellen Spielen an seine Grenzen
gestoßen ist. Das etwa 20-stündige Epos kommt übrigens in einem Minikarton mit einem
kleinen, informativen Handbuch.
Handlung
Und dann die Überraschung! Ich starte das Spiel und als erstes
reckt sich mir wieder die mir inzwischen schon vertraute Person vom Cover entgegen und
erklärt mir die Bedienung in einem Tutorial. Und schon muss ich all die blöden
Vorurteile, die ich mir anhand des Covers gebildet hatte, über Board werfen! Denn die von
mir erwarteten müden Sprüche bleiben (zunächst) aus und statt dessen bekomme ich im
Tutorial, das man sich alleine wegen des Unterhaltungsfaktors unbedingt ansehen sollte,
auf höchst amüsante Weise die Handhabung durch das Spiel um die Ohren gehauen!
Ganz so kompensiert humorvoll geht es im eigentlichen Spiel
allerdings nicht weiter. Aber dazu später mehr. Im bombastischen, über zehnminütigem
Intro erfahre ich dann, dass der Herr mit der Jacke, wie wir inzwischen alle schon
vermutet haben, der Hauptdarsteller ist und auf den Namen Ray Rydec" Decker
hört. Dann gibt es noch seine Kumpels Max und Brian. Es fällt direkt auf, wie man die
chaotischen Figuren mit ganz unterschiedlichen Charaktereigenschaften ausgestattet hat.
Max ist ein etwas aufbrausender Typ. Klar - Rydec ist der coole Macher, der aber ebenfalls
wenig belastbar scheint und permanent rummeckert. Dazu im Gegensatz ist Brian von der
angenehmen Sorte, da er zwar etwas dröger ist, aber zumindest besonnen und
wissenschaftlich agiert und nicht gleich losschimpft wie ein vom Tourette-Syndrom
Geplagter.
Zusammen haben die drei New Yorker eine Erfindung gemacht, die sie
nach langer Entwicklungszeit nun endlich testen wollen. Ein schnöder Blumentopf samt
Inhalt soll mit der selbst zusammengeschraubten Maschine von einem zum anderen Ort
teleportiert werden. Und es wäre doch langweilig, wenn den dreien dabei nicht die ganze
Apparatur um die Ohren flöge und die drei erst einmal außer Gefecht setzte. Das
Unweigerliche passiert! Doch als sie sich dann wieder aufrappeln und die Situation
überblicken können, hat sich alles verändert. New York ist plötzlich menschenleer -
bis auf die junge bewusstlose und selbstverständlich bildhübsche Frau, die vor ihrer
Wohnung liegt. Doch was ist eigentlich passiert? Das herauszufinden ist doch schon mal ein
vielversprechender Anfang für ein Grafikabenteuer.
Die Sprachausgabe macht Fröhlich
Die eigentlich lustige Sprachausgabe hinterlässt gelegentlich auch
einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits kommt sie frech und spitzzüngig rüber, wobei
dieser Umstand nicht zuletzt auch den sehr guten, und nebenbei bemerkt auch ebenso
bekannten Sprechern zu verdanken ist. Wir haben da zum Beispiel wieder ein Fragezeichen
mit an Board, nämlich Andreas Fröhlich, der Bob Andrews in der Detektivserie, aber
ansonsten auch andere Rollen wie die deutsche Stimme von John Cusack spricht. Und der gibt
alles, so dass man die Rolle des Rydec kaum hätte besser besetzten können. Auch in den
weiteren Rollen sind andere bekannte Stimmen wie die deutschen Sprecher von Wesley Snipes,
Kate Winslet und Peter Lamb zu hören.
Die Dialoge werden auf ganz eigene, immer mit ironischem Unterton
bis leicht aufbrausende Art vorgetragen. Abgesehen davon gelingt die schmale
Gratwanderung, mit extracoolen Sprüchen frech und jugendlich rüberkommen zu wollen, bei
Weitem nicht immer.
Und nicht wenige der Sprüche nerven auch. Etwa wenn Ray oft
cholerisch und gerne auch mal in übermäßigen Gebrauch von Fäkalsprache abgleitende
Weise rummeckert oder die Dialoge in einem zu sehr betont jugendlichen Jargon verfasst
wurden. Ein zwei kleine Beispiele gefälligst? Bitte sehr: Das presst einem ja die
Parasiten aus der Verdauung.", Ich glaub', mein Hamster bohnert" oder
Willst Du mir ein Gespräch ans Knie nageln?" Wer so etwas lustig findet, kann
sowieso bedenkenlos zugreifen und wird seine uneingeschränkte Freude an dem Spiel haben.
Beispiele bezüglich der Fäkalsprache verkneife ich mir übrigens an der Stelle.
Vermutlich gibt es daher auch zwei wählbare Versionen. Die normale,
extended Version, für den, der sich die ganzen Sprüche geben will und die ...äh...
unextended also short Version mit kurzen Dialogen. Ich habe mir die lange Version mit den
kompletten Gesprächen angetan und dabei über peinliche Stellen einfach soweit es ging
hinweggehört. Außerdem - man will ja schließlich nichts verpassen, oder?
Die rasante Sprachausgabe kommt in ihren besten Momenten frech und
unverbraucht rüber. Aber nicht jede Pointe sitzt und mancher betont jugendlich
erscheinende Spruch wirkt gelinde gesagt bemüht lustig. Zudem reagiert Rydec oft
übermäßig gereizt. Und so nerven die versprochenen harten Sprüche"
gelegentlich schon. Man kann TML Studios aber nicht vorwerfen, konturlose Charaktere
erstellt zu haben, da Rydec eine Figur mit Ecken und Kanten ist und eine eigene
Persönlichkeit besitzt, wie schon lange bei keinem Hauptdarsteller mehr gesehen.
Sound
Klar, TML ist bemüht, dem Spiel ein wildes, junges Image zu
verpassen. Neben der frechen und betont jugendlich vorgetragenen Sprachausgabe passen da
die punkrockigen Sounds im Intro schon mal hervorragend, so dass man direkt geneigt ist,
mit weit aufgerissenen Nüstern und erhobener imaginärer Luftgitarre schreiend zur
nächsten Tattoobude zu rennen. Auch als Hintergrundsounds gibt es zwischendurch
zahlreiche Tracks aus dem Bereich Alternativrock zu hören. Allerdings sind diese fast
immer nur kurz in den Zwischensequenzen angespielt und im eigentlichen Spiel sprich
meistens war oftmals gar nichts zu hören. Das ist aber nicht wirklich schlimm, da viel
gesprochen wird und es genug andere Hintergrundgeräusche wie das Surren oder Klappern von
Maschinen zu hören gibt, so dass das Spiel zumindest diesbezüglich nicht leer erscheint.
Handhabung
Im Prinzip erklärt Rydec ja in seinem Tutorial eigentlich schon
alles besser und vor allem humorvoller, als ich es jemals hinbekommen würde. Aber lassen
sie mich zumindest die wichtigsten Funktionen schnell noch einmal erklären:
Sunrise ist im Prinzip ein normales 3rd-Person-Point &
Click-Adventure und die verschiedensten Funktionen des Cursors erkennt man daran, welche
Farbe dieser gerade annimmt. Rot bedeutet, dass man mit einer Person reden kann. Überall
dort wo es weiß ist, kann man Rydec hinbewegen. Blau zeigt Szenenausgänge an. Wird der
Mauszeiger bei einem Gegenstand grün, kann Rydec ihn eventuell benutzen. Falls ein
Gegenstand nicht sofort eingesackt bzw. benutzt werden kann, liegt es vielleicht daran,
dass er noch nicht relevant bzw. hilfreich ist. Last but not least hätten wir noch die
schöne Farbe Orange. Kann man einen Gegenstand oder eine Funktion seines Multitools
eventuell verwenden, nimmt der Cursor diese Farbe an, wenn wir ihn über einen Gegenstand
ziehen, mit dem wir unser Inventarobjekt benutzen wollen.
Alle Aktionen lassen sich mit einem Linksklick tätigen, bis auf das
Multitool, das bei einem Rechtsklick zum Einsatz kommt. Es ist nichts anderes als ein
verhinderter sogenannter Leatherman mit nur drei Funktionen: Schraubenzieher, Zange und
Messer.
Das PDA plöppt bei einem Doppelklick auf Rydec auf. Hier erfährt
man nicht nur, was man gerade mit sich rumschleppt, sondern bekommt auch Hilfen und wenn
gewünscht, auch mal mehr und mal weniger konkret den nächsten Lösungsschritt vorgesagt.
Ehrlich gesagt, nicht die unwichtigste Funktion, die ich immer öfter hemmungslos genutzt
habe, wenn ich einen irgendwo im Spiel versteckten Gegenstand suchen sollte.
Erstaunlich finde ich, dass ein extrem aufwändiges Spiel von 8 GB
mit recht wenig Optionen ausgestattet ist. Vermisst habe ich aber nur eine getrennte
Reglung von Musik, Sprachausgabe und Effekten, wie es eigentlich heute Standard sein
sollte. Tatsächlich gibt es überhaupt keinen Lautstärkeregler. Ansonsten reichen die
Optionen völlig aus.
Nicht optimal ist, dass Untertitel nur während des Spiel nicht aber
in den Videosequenzen zu sehen sind. Hier kam es auf meinem Rechner, der zugegebenermaßen
an seine Grenzen gestoßen ist, zunächst zu einigen Sprachaussetzern, so dass ich nicht
alles von den Dialogen mitbekommen habe.
Es konnte aber schnell Abhilfe geschaffen werden. Beim Spielstart
kann man ein paar Werte einstellen und nachdem ich von 32 auf 16 Bit umgestellt hatte, gab
es keine Probleme mehr mit der Sprachausgabe. Die Untertitel sind wählbar und wie man
hier sieht, mal wieder wichtig. Das Speicher- und Ladesystem ist übersichtlich.
Rydec, respektive der Hersteller, hat manchmal seine ganz eigene
Sicht der Dinge und so erklärt er uns ausführlich im Tutorial, dass er sich weigert, zu
rennen. In Fachkreisen würde man auch sagen, dass er dadurch manchmal schlicht etwas lahm
ist. Ist nicht wirklich störend, da er per Klick auf die Szenenausgänge sofort das Bild
verlässt, wäre aber vermeidbar gewesen.
Rätsel
Ebenfalls - und darin unterscheidet sich Sunrise von den meisten
Adventures - gibt es kein richtiges Inventar. Rydec denkt hier quasi mit und packt die
Dinge dann ein, wenn sie benötigt werden.
Allerdings meckert er jedes Mal los, wenn man es wagt, mehr als
einmal einen Gegenstand oder eine Person anzuklicken, wenn das nicht erforderlich ist. Die
Dialoge werden nicht wiederholt. Es lässt sich meiner Meinung nach in einem Adventure
kaum vermeiden, dass man auf etwas, nachdem man es angeschaut hat, im weiteren Verlauf des
Spiels auch ein zweites, drittes oder auch viertes Mal erneut zurückkommt. Da fördert
Rydecs Gezeter nicht unbedingt die Motivation, es weiterzuprobieren.
Die aufgenommenen Gegenstände werden automatisch von Rydec benutzt,
wenn man sich an der richtigen Stelle befindet und auf den entsprechenden Hotspot klickt.
Die Objekte selbst können in einem Inventar angesehen aber nicht separat ausgewählt
werden. Dieser Ansatz funktioniert soweit recht gut und sorgt auf jeden Fall für etwas
Abwechslung in dem sonst so grauen und tristen Alltag eines Adventurespielers. Als
dauerhafte Alternative zu Spielen mit Inventar sehe ich diesen Weg aber nicht, da er die
Aktionsmöglichkeiten des Spielers limitiert. Denn Sunrise wird nicht nur dadurch sehr
linear, denn es gibt meist nur einen Lösungsweg und wenige Verzweigungen, die es erlauben
würden, dass man Rätsel in verschiedener Reihenfolge lösen darf.
Manchmal geht die Linearität sogar so weit, dass sie keinen Sinn
mehr ergibt - etwa, wenn man erst seine beiden Kumpels noch einmal aufsuchen und
ansprechen muss, damit sie irgend etwas Unwichtiges von sich geben, bevor man das Loft
verlassen darf. Oder man weiß die Lösung schon, kann aber wegen der strengen Reihenfolge
die relevanten Gegenstände noch nicht anwählen.
Manchmal wird die Linearität etwas aufgebrochen, wenn wir uns an
einer Stelle für einen von zwei Handlungssträngen entscheiden dürfen oder ein
benötigter oder zu manipulierender Gegenstand mehrfach im Spiel zu finden ist.
Allerdings bestehen viele Rätsel lediglich aus Laufwegen, in denen
es hauptsächlich darum geht, einen Gegenstand irgendwo im Spiel oder den nächsten Ort zu
suchen, beispielsweise, wenn wir zweimal hintereinander zum Einkaufen" in den
Shop der Tankstelle geschickt werden.
Grafik Value for Money
Ja, auf jeden Fall hat Sunrise schon mal virtuelle Werte. Habe ich
eigentlich schon erwähnt, dass das Spiel 8 GB groß ist? Ach, mehrfach? Nun gut, das
macht sich tatsächlich bemerkbar, denn grafisch bekommen wir einiges geboten. Los
gehts direkt im etwa fünfminütigen Tutorial und direkt weiter mit dem weit über
zehnminütigen Introfilm, der schon vollgestopft ist mit brillanten Animationen von
Räumen und Maschinen in ständig wechselnden Perspektiven. Den letzten Schliff bringen
die zahlreichen Effekte: Blitze zucken vom Himmel, Regen prasselt herunter. Es wurde enorm
detailgetreu gearbeitet. Ich kann mich nicht erinnern, in einem Adventure schon mal einen
so langen und dabei aufwändig inszenierten Introfilm gesehen zu haben. Es scheint was
dran zu sein, wenn der Publisher in der Presseinfo schreibt, dass sich bei der
Umsetzung die Erfahrung der Entwickler im Simulationsgenre auszahle".
Und ziemlich eindrucksvoll geht es im Rest des Spiels, also der
eigentlichen Spielgrafik weiter, die sehr düster ist. Was natürlich auch die Thematik
bedingt, da es ja nicht richtig hell wird in New York. Ebenfalls ist es wegen der Handlung
nachvollziehbar, dass wir kaum eine Person treffen. Insgesamt gibt es nur sehr wenige
Charaktere und dadurch wirkt das Spiel besonders anfangs etwas leer, wenn wir in den
Straßen von New York losgeschickt werden und einsam unsere Laufwege erledigen müssen.
Grundsätzlich hat man aber ein Setting geschaffen, das wirklich
schön anzusehen und mit 150 Orten auch sehr umfangreich ist. Hierzu hat man übrigens die
Hintergründe aus zahlreichen (nach eigenen Angaben 12.000) Fotos von New York und den
anderen Orten nachgestellt. Auch hier begeistern bewegte Wolken, Regen-, Blitz- und andere
Effekte.
Die Figuren wurden grafisch recht professionell umgesetzt, besonders
die des Hauptdarstellers, in den man mehr Arbeit gesteckt hat. Dabei wirken die drei
weiteren Figuren manchmal noch ein wenig ungelenk. Rydecs Mimik und Gestik hingegen wurde
im Intro und in vielen Einstellungen im Spiel gekonnt bis auf kleinste Detail animiert.
Auch wenn man so in einigen Nahaufnahmen merkt, dass die Lippenbewegungen nun wirklich
nicht mit dem deutschen Text übereinstimmen, habe ich schon lange nicht mehr so eine
interessant animierte Figur gesehen, bei der es wirklich Spaß macht, zuzuschauen.
Fazit
Es ist offensichtlich dass der Newcomer TML Studios bemüht war,
frischen Wind ins altehrwürdige Genre zu bringen und dem Spiel ein junges Image zu geben.
Sunrise soll hip, frech und dynamisch rüberkommen. Und das gelingt größtenteils auch,
besonders grafisch, denn hierin sind unter anderem die besonderen Stärken zu sehen. Schon
im Introfilm fährt man ein Aufgebot an selten gesehenen Animationen, Effekten, Szenen-
und Perspektivwechseln auf. Und auch die eigentliche Spielgrafik kann sich trotz der
Unbelebtheit der düsteren Straßen von New York wahrlich sehen lassen.
Was das Spiel von den meisten anderen Adventures unterscheidet, ist
das Fehlen des Inventars. Das ist mal ein netter Ansatz, der für Abwechslung sorgt. Aber
wenn ich ehrlich sein soll, hätte mir das Spiel mindestens genauso gut, wenn nicht gar
besser ohne diese Limitierung gefallen.
Auch die zweite Neuerung", nämlich, dass Rydec nicht
rennen kann, halte ich nicht für sensationell revolutionär, sie bremst eher die Dynamik.
Was neben diesen "sagenhaften" Neuerungen bzw. ein wenig
Kritik unter dem Strich übrig bleibt, ist ein äußerst solide erstelltes Adventure. Die
Story wird spannend und witzig erzählt. Ich hoffe und erwarte bei dem offenen Ende, dass
das nicht TML Studios letzter Ausflug ins Adventure-Genre war und gebe eine ganz ganz
knappe