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Superhero League of Hoboken
© Legend 1994

Ein Review von Ali E. N., 05. November 2000

Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es ist der Superwischmop! Das ist kein Superheld, sagen Sie? Glauben Sie mir, es ist einer.

New York hat ein großes Übel, genannt Dr. Entropy, ein verrücktes Schachtelmännchen, das die Stadt ins Unheil stürzen will. NY scheint verloren..... doch halt! Dr. Entropy hat seine Rechnung ohne die Superhero League of Hoboken unter der Führung von Captain Crimson Tape gemacht!

So in etwa beginnt das Spiel "Superhero League of Hoboken", in dem der Spieler in die Rolle des Anführers Captain Crimson Tape schlüpft, seine Heldengruppe zusammenstellt und Dr. Entropys Pläne durchkreuzt.

Wer nun allerdings Helden wie Superman oder Batman erwartet, ist auf dem Holzweg. Alle Charaktere sind durch radioaktive Strahlung zu vollkommen durchgeknallten Fähigkeiten, wie "Handschrift eines Arztes entziffern" oder "Stadtpläne zusammenfalten", gekommen.

Jeder Stadtteil New Yorks hat dabei seine eigene Heldengang, von denen man manche während des Spielverlaufs auch persönlich antrifft und ihnen helfen muß. Die Helden von Hoboken wollen dabei natürlich mit ihren Taten die Spitze der Heldenhighscoreliste erreichen und Dr. Entropy kommt ihnen da gerade Recht.

Der Spieler fängt also an, seine erste Gruppe mit ein paar Mausklicks zusammenzustellen und die Umgebung zu erkunden. Auf einem Radar sieht man, daß das gegenwärtige Gebiet mit Wiedersachern übersäht ist, die es aus dem Weg zu räumen gilt. Also bestückt man sich mit Waffen, die den Helden in puncto Irrsinn in nichts nachstehen, wie den dressierten Dobermännern oder einer Heimwerker-Nadelpistole, genauso wie die Gegner selber, die sich aus lebenden Baggern, Riesengemüse oder grantigen alten Frauen zusammensetzen. Tote gibt es in dem Spiel nicht, wer besiegt wird, läuft wie ein Hühnchen davon. Auch die Pläne Dr. Entropys sind nicht wirklich gefährlich für die Stadt. Mittlerweile sollte klar geworden sein, daß dieses Spiel nicht ernst genommen werden will. Es strotzt nur so vor Humor, solange man des Englischen mächtig ist und die Wortspielereien versteht. Gehen wir zu den einzelnen Faktoren des Spiels über.

Da wäre zum einen die Grafik. Sie besteht aus den - für die Firma Legend typischen – Standbildern, in denen man mit der Umwelt interagiert. Man sucht mit dem Mauscursor die Umgebung ab und wenn man etwas findet, erscheinen die möglichen Optionen wie ansehen, nehmen oder reden. Größtenteils läuft man auf einzelnen Teilen einer gerasterten Karte von New York und Umgebung herum. Die Gruppe wird dabei durch einen Punkt symbolisiert, der sich schrittweise über dieses Raster bewegt. Kommt man dabei auf ein wichtiges Gebäude oder einen speziellen Punkt, werden Ereignisse entweder mit Text dargestellt oder die Ansicht wechselt auf das dazu gehörende Standbild. In diesen laufen auch die rundenbasierten Kämpfe ab, wobei die gegnerischen Sprites im Gegensatz zu den Heldenportraits Animationen bekommen haben.

Kommen wir zum Gameplay. Die Heldengruppe bekommt für bestandene Kämpfe Erfahrungspunkte, die früher oder später in höhere Levels und somit zu größerer Stärke führen. Mit Hilfe spezieller Isotope, die man finden und kaufen kann, können Fähigkeiten erlernt werden, die im Verlauf des Spiels sehr wichtig sind, wie z.B. über das Wasser gehen. Jeder Charakter hat von Anfang an 1-2 ihm eigene Fähigkeiten, die alle im Verlauf des Spiels benutzt werden müssen, um weiterzukommen. Das Spiel ist in einzelne Missionen unterteilt, die am Ende darauf hinaus laufen, einen von Dr. Entropys Plänen zu vereiteln. Jeder kleinere Zwischenauftrag bringt den Helden dabei einen Gegenstand ein, der am Ende gegen Entropy gebraucht wird. Die Rätsel teilen sich somit in 2 große Kategorien auf: zum einen, die benötigte Fähigkeit herausfinden, den Helden, der diese Fähigkeit hat, in die Gruppe aufnehmen und ihn zu benutzen. Zum anderen, herausfinden, welcher Gegenstand gebraucht wird und sich auf die Suche nach diesem Gegenstand machen. Dieses Prinzip sorgt dafür, daß das Spiel nicht sehr schwierig ist und lediglich gegen Ende durch unnötig langes Suchen in die Länge gezogen wird.

Womit wir bei den Negativpunkten wären. Das größte Problem von Hoboken ist, daß man sich auf den Karten nach den gewünschten Orten praktisch totsuchen kann. Vor allem, wenn man ein Haus oder einen bestimmten Marktplatz in einer Gegend aufsuchen soll, die noch komplett verdeckt ist, weil man dort noch nicht war. Bis man sich auf der Karte wirklich zurecht findet, ist das Spiel bereits um. Dennoch ist dies der einzige negative Faktor, den ich finden konnte. Ob man das Spiel auf einem Windowsrechner zum Laufen bringt, ist allerdings fraglich, da es ein reines DOS-Spiel ist.

Wer also Englisch spricht, einer großen Portion Humor und einer Parodie auf die gängigen Superhelden wie Flash (sieht aus wie Captain Excitement) nicht abgeneigt ist und mit DOS umgehen kann, sollte beherzt zugreifen, wenn er das Spiel heutzutage noch irgendwo findet. Von mir bekommt es eine Wertung von 75%, da man bedenken muß, daß es schon einige Jahre hinter sich hat.

Aktuelle Alternativen:
Final Fantasy VIII
Might & Magic 8
Baldur's Gate 2


Systemanforderungen:

  • DOS 5.0
  • 386/20 
  • VGA 
  • 580K Speicher
  • Adlib, Soundblaster

Gespielt auf:

  • 486/DX2 66
  • 8MB RAM
  • DOS 5.0

Copyright © Ali E. N. für Adventure-Archiv, 05. November 2000

 

Bewertungssystem:

  • 80% bis 100%  sehr gutes Spiel  (sehr empfehlenswert)
  • 70% bis 79%    gut (empfehlenswert)
  • 60% bis 69%    befriedigend (bedingt empfehlenswert, mit Abstrichen)
  • 50% bis 59%    ausreichend (nicht gerade empfehlenswert)
  • 40% bis 49%    ziemlich schlecht (eher abzuraten - etwas für Hardcore-Adventure-Freaks und Sammler)
  • 0%  bis 39%    grottenschlecht (lieber die Finger davon lassen)

 

 

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